12.Mittsommernachtslesung
Wenn am Freitag, 26. Juni, nur wenige Tage nach der Sommersonnenwende, die Sonne langsam hinter den Baumwipfeln des Alten Friedhofs an der Brückstraße versinkt, beginnt ein literarisches Open-Air-Spektakel, das gleichermaßen Gänsehaut und Heimatstolz verspricht. Von 22 bis 24 Uhr verwandelt sich die urige historische Kulisse in eine besondere Bühne für Geschichten, die so vielfältig sind wie Erkelenz selbst. In diesem Jahr steht die Mittsommernachtslesung dabei unter einem ganz besonderen Vorzeichen: 700 Jahre Stadtrechte Erkelenz.
Passend zu diesem bedeutenden Jubiläum hat die Erkelenzer Leseburg als langjähriger Organisator literarischer Veranstaltungen – unter der Federführung von Kurt Lehmkuhl – ein Ensemble zusammengestellt, das wie eine Liebeserklärung an die lokale Kulturszene wirkt. „Diesmal gehört die Bühne ausschließlich Autorinnen und Autoren aus unserer Stadt“, betont Lehmkuhl. „Wir liefern die Worte, das Herzblut und die Geschichten – unsere Besucher bringen die Stimmung mit.“ Gemeinsam feiern sie das Stadtjubiläum an einem Ort, an dem Geschichte spürbar wird: zwischen alten Grabsteinen, deren verwitterte Inschriften von vergangenen Zeiten erzählen. Unterstützt wird die Veranstaltung von der städtischen Kultur GmbH und der Volksbank Heinsberg.
Das Line-up der Lesung verspricht ein abwechslungsreiches Programm: Kurt Lehmkuhl selbst lässt als feste Größe der regionalen Krimiszene die lokale Geschichte in seinen atmosphärischen Texten lebendig werden. Frank Joussen schlägt mit feinsinniger Lyrik und Erzählkunst eine poetische Brücke vom Niederrhein hinaus in die Welt. Nicola Berger, bekannt durch die erfolgreiche Kartenspielreihe „black stories“, entführt gemeinsam mit Kaddy Arendt in spielerisch-düstere Gedankenwelten. Helmut Wichlatz erzählt in seinem Roman „Sommerschlaf“ von einem außergewöhnlichen Sommer zwischen Vater und Sohn. Für Spannung sorgt auch G.A. Rothhausen mit Mystery-Thrillern rund um Lost Places und psychologische Abgründe. Mina und René Wagner schließlich bringen mit ihrer lebendigen Vortragsweise und Auszügen aus verschiedenen Genres zusätzliche Vielfalt in die Nacht.
Die Besucher sind eingeladen, sich den Abend ganz individuell gemütlich zu gestalten – mit Klappstuhl, Wolldecke oder Picknickkorb. Eine Taschenlampe kann hilfreich sein, wenn nach der Lesung der Heimweg durch die Dunkelheit angetreten wird und die schaurig-schöne Atmosphäre noch nachwirkt. Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung abgesagt, der Eintritt kommt dann dem Hospiz in Erkelenz zugute. Da die Plätze auf dem Alten Friedhof begrenzt und heiß begehrt sind, wird ein frühzeitiger Ticketkauf empfohlen. Eintrittskarten gibt es zum Preis von zehn Euro nur im Vorverkauf in der Buchhandlung Viehausen in Erkelenz, außerdem per E-Mail an ticket@dievorleser.de. Informationen zum aktuellen Planungsstand der Erkelenzer Leseburg und zu weiteren Lesungen sind auf www.dievorleser.de zu sehen.
