HANNEKE ROUW – Cello Solo Recital Bach, Beethoven u.a.
PATRICIA DE LA VEGA – Flügel
Bach: Suite I Beethoven: Cello Sonata, Op. 5, No. 2 & Cello Sonata, Op. 102, No.1
Hanneke Rouw hat mit acht Jahren ihren ersten Cellounterricht bei Rata Kloppenburg und Maria Hol erhalten. Im Alter von sechzehn Jahren spielte sie als Solistin im Jugend – Britten –Streichorchester. Im demselben Jahr erhielt sie einen Preis des ‘Prinses Christina Concours’, einem Wettbewerb für junge, klassische Talente in den Niederlanden. Hanneke Rouw hat bei Martijn Vink an der Luca School of Arts in Leuven (Belgien) studiert. Die mehrfach ausgezeichnete Cellistin spielt auf einem äußerst wertvollen deutschen Cello (Anfang des 20. Jahrhunderts), dessen Dauernutzung von dem „Prins Bernhard Cultuurfonds“ ermöglicht wird.
Hanneke Rouw verbreitet mit ihrem virtuosen Spiel Enthusiasmus und Begeisterung und überträgt mit ihrer charmanten Art ihre Spielfreude auf den Konzertpodien und Bühnen in den Niederlanden, Deutschland und Belgien auf das Publikum. Im vergangenen Sommer spielte sie im Rahmen einer Tournee auf verschiedenen internationalen Festivals wie den Brandenburgischen Sommerkonzerten (Deutschland) und dem Theater Aan Zee (Belgien).
Die sechs Suiten für Violoncello solo (BWV 1007–1012) von Johann Sebastian Bach gehören heute zu den meistgespielten Kompositionen für ein solistisches Streichinstrument. Die originale Handschrift vereinigt sechs Suiten, also Folgen von Einzelsätzen, die – oft stark stilisiert – auf die modischen Hoftänze der Entstehungszeit und der vorhergehenden Generation anspielen. An den Spieler stellen die Werke hohe Anforderungen: Bachs Kompositionen für Solo –Cello stehen für höchste Virtuosität, und dies, gerade auch im Blick auf ihre Einzigartigkeit, mehr noch als seine Klavierwerke, die ähnliche technische Anforderungen stellen. Bei der Interpretation der Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach stellt sich jeder Cellist die Frage nach der Artikulation und der Phrasierung. Da das Autograph der Cellosuiten nicht mehr vorhanden ist, bleiben den Interpreten vier Abschriften, wo sie nachschauen können, wie Phrasierungs-und Artikulationsbögen aussehen könnten.
Ludwig van Beethoven hat fünf Cellosonaten geschrieben, die sich exemplarisch auf die drei Phasen seines Schaffens verteilen: Die beiden Sonaten des Opus 5 sind typische Frühwerke des jungen, provokanten Klaviervirtuosen, die große A-Dur-Sonate Opus 69 zählt zu den Hauptwerken des „mittleren Beethoven“, während die beiden Sonaten Opus 102 die späte Stilphase einläuten. Wie so viele „Spätwerke“ des Meisters lösten auch diese beiden Cellosonaten bei den Zeitgenossen Irritation und Befremden aus. Zu kapriziös wirkten sie in ihrer thematischen Substanz, zu eigenwillig in der formalen Anlage, zu streng und hermetisch in ihrem Kontrapunkt.
